Karpfenangeln geht ausser mit Bivvy und Brolly nur mit Taktik und Sachverstand – sonst beissen sie nicht!
Karpfen sind nicht so dumm, wie man landläufig annehmen möchte. Wer Karpfen und zwar die richtig grossen fetten Grosskarpfen angeln möchte, muss sich ein paar gute Tricks zum Karpfenangeln einfallen lassen und zwar Jahreszeiten bedingt.
Im Sommer finden Karpfen ausreichend Nahrung in der Natur und beissen daher nicht so leicht an. Es empfiehlt sich daher beim Anfüttern grosse Boilies zu verwenden, die grossflächig zum Karpfenangeln auszulegen sind. So können unter Umständen kleine Fische und jüngere Karpfen selektiert werden um sich wirklich nur auf die grösseren Karpfen zu konzentrieren.
Im Herbst fressen die Karpfen am meisten und reagieren stärker auf das Anfüttern, da sie Winterspeck anfressen müssen, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Dann wird das Ansitzangeln praktiziert, bei dem man bis zu 4 Tage vorher einen Futterplatz anlegt, bevor man das Karpfenangeln beginnt. Hierzu werden grosse und harte Boilies ausgelegt mit Zugaben von Mais, Hanf, Kichererbsen und Tigernüssen.
Die Lockstoffe und die zuletzt ins Wasser gegebenen Boilies bewirken, dass sich vermehrt die grossen Karpfen um das Futter balgen und so in Angelnähe kommen.
Ab Mitte November ist die Karpfensaison vorbei, sobald die Blätter fallen und die Temperaturen sinken. Nichts desto Trotz werden auch im Winter vereinzelt Karpfen gefangen. Allerdings sind die Chancen dann nicht so gut, da die Karpfen im Winter träge werden und dann nicht so schnell an die Angel zu locken sind.
Im Winter können sie in ihren tieferen Löchern nur mit Echolot oder einem elektronischen Tiefenmesser aufgespürt werden. Eine gute Zeit zum Karpfenangeln im Winter ist auch bei Dunkelheit, da sollte der Angler sein Bivvy aufstellen, um in Ruhe auf seinen Biss warten zu können.
Für Anfänger eignen sich flache kleine Seen und Teiche am besten für das Angeln von Karpfen. Für Fortgeschrittene sind Flüsse und natürliche Gewässer eine Herausforderung. An Flussläufen halten sich Karpfen gern in Schleusennähe auf, dort wo das Wasser fast steht. An Betonmauern von Schleusen fressen sie gern die festsitzenden Muscheln als Leckerbissen.
Am ruhigen Grund des Gewässers finden sie allerhand Kleingetier. Dort sollte man einen Futterplatz anlegen, denn dort ziehen die Karpfen entlang. In diesen tieferen und ruhigen Wasser kann man auch in den kälteren Monaten gut Winterkarpfen fischen. So baut man sein Bivvy in Schleusennähe auf und schafft dort einen Futterplatz um sie anzulocken.
Auch an Wehren und Staustufen lauern die Karpfen im tieferen Wasser auf aufgewirbelte Schwebstoffe im Wasser und Kleinlebewesen. Dort ist es günstig im Frühjahr, wenn es langsam wärmer wird, sein Bivvy bei längeren Sessions oder seinen Karpfenstuhl für Kurzansitze aufzustellen.
In alten Flussarmen mit wenig Wasserbewegung erwärmt sich das Wasser schneller und lockt die Karpfen mit reichlich Futter an, denn dort suchen sie auch ihren Laichplatz. Auch an Flüssen schwimmenn Karpfen gern den ruhigeren Buhnenkessel an, die voller Steinschüttungen sind und in der Mitte meist einen kieshaltigen Grund haben.
Zum Beispiel aufgebrochene Muscheln am Ufer können entscheidene Hinweise auf etwaige Muschelbänke geben. Dort sollte der Angler am Gewässergrund seine Köder auslegen.
Für Karpfenangler gibt es nicht nur spezielle Ruten und besondere Köder, sondern auch allerhand Stühle, Liegen, Zelte, Bivvies verschiedenster Form sowie Brollies mit Reissverschlussfenstern aus wasserdichtem Material mit Spezialböden für eine oder mehrere Personen und natürlich Angelrollen mit genug Schnurfassung um ein Angeln auf grosse Distanzen zu ermöglichen.
Wer sich online informieren möchte, findet bei speziellen Anbieter von Zubehör für das moderne Karpfenangeln.